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Kinderanästhesie

Bereichsoberärzte:

Dr. Elgar Oswald
Stv.: Dr. Werner Pajk

Bereichsleitung Pflege:

DGKP Hannes Küng

 

Das Team

Die Kinderanästhesie Innsbruck besteht aus einem Team von 13 speziell ausgebildeten Anästhesisten/innen  und 10 Anästhesie-Schwestern/Pflegern.

Es werden bei uns jährlich etwa 3000 Kindernarkosen bei Frühgeborenen, Säuglingen, Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre durchgeführt. 

Es sind eigens für die besonderen Anforderungen der Kinder adaptierte Operationsräume sowohl im chirurgischen Gebäude,  wie auch im Kinder-Herz-Zentrum und an der HNO-Klinik verfügbar.

Narkosen für spezielle Untersuchungen und diagnostischen Interventionen wie Magnetresonanztomographie, Computertomographie und Endoskopien  werden auch von unserem Team betreut.

Ein eigener Kinder-Anästhesie Dienst unseres Teams steht für dringende Operationen und Notfälle von Früh- und Neugeborenen sowie Säuglingen rund um die Uhr für alle operativen Fächer der Klinik zur Verfügung.


Kinder Anästhesieteam (Ärzte und Pflege)


Vor der Operation - Der Aufwachraum

Vor dem Eingriff  werden die kleinen Patienten gemeinsam mit ihren Eltern/ Angehörigen in einem kindergerechten „Aufwachraum“ von unserem Anästhesie-Team empfangen. Hier kann das geplante Vorgehen mit den Eltern und Kindern nochmals besprochen werden und auf eventuelle neu aufgetreten Fragen eingegangen werden. Die primäre Narkoseaufklärung ist schon im Vorfeld über unsere Anästhesieambulanz oder am Tag vor der Operation auf der Kinderstation erfolgt, bei dem das für ihr Kind beste Anästhesie-Verfahren mit Ihnen besprochen wurde.

Bevor sie zu uns in den Aufwachraum gebracht werden, bekommen Kinder ab 6 Monaten noch auf der Station ein angstlösendes Medikament in Form eines Sirups verabreicht, das in der Regel auch müde macht.

Wenn möglich wird dem Kind, das auf der Station eine die Haut betäubende Salbe auf Handrücken oder Ellbeugen aufgetragen bekommen hat, ein Venenzugang im Beisein der Eltern/Angehörigen gelegt. Sollte ihr Kind noch nervös und aufgeregt sein, kann darüber eine geringe Menge eines beruhigenden Medikamentes verabreicht werden. Eine andere Möglichkeit ist die Gabe eines beruhigenden Medikamentes über den Enddarm (ähnlich einem Zäpfchen), dessen Wirkung innerhalb von etwa 10 Minuten einsetzt. Anschließend wird Ihr Kind von unserem Team in den OP begleitet.

 

Im Operationssaal

Im Operationssaal ist inzwischen alles vorbereitet. Die Narkoseeinleitung erfolgt mit sehr rasch wirkenden Medikamenten, die über die angelegte Venenkanüle verabreicht werden. War das Anlegen eines Venenzuganges vorab nicht möglich, kann die Narkose auch mit Hilfe eines Inhalationsanästhetikums (das ist eine Flüssigkeit, die in der zugeführten Atemluft verdampft), das über die Atemmaske verabreicht wird, eingeleitet werden.

Je nach Operation kann die Allgemeinnarkose mit einem Regional-Anästhesie Verfahren kombiniert werden, wodurch mit Hilfe eines örtlichen Betäubungsmittels die Schmerzwahrnehmung über einige Stunden ausgeschalten wird. Das hat den wesentlichen Vorteil, dass schon währender der Operation weniger Narkose- und Schmerzmittel verabreicht werden müssen und ihr Kind auch nach der Operation für viele Stunden nahezu schmerzfrei ist. Die weiterführende Schmerztherapie erfolgt nach einem vorgegeben Schema von Schmerzmitteln, damit das Kind weitgehend beschwerdefrei bleibt.

Die Überwachung aller lebenswichtigen Funktionen des Kindes erfolgt mit der modernsten Technik, der Narkosearzt hat alle wichtigen Parameter auf verschiedenen Bildschirmen. Die Messwerte werden online über ein computergestütztes Dokumentationssystem aufgezeichnet.

 

Nach der Operation

Unmittelbar nach dem Eingriff kommen die Kinder in den schon erwähnten eigens für Kinder konzipierten Aufwachraum, wo sie von unserem Team noch weiter überwacht und betreut werden.
Sobald Ihr Kind dort angekommen ist, werden Sie von uns telefonisch verständigt und können dann bei ihrem Kind im Aufwachraum bleiben. Den Zeitpunkt des Erwachens gibt uns jedes Kind individuell vor. Dies ist für die Erholung nach einer Operation wesentlich  und daher bitten wir Sie, Ihr Kind  nicht aktiv zu wecken. In der Regel können sie etwa 1-2 Stunden nach der Operation gemeinsam auf die Bettenstation verlegt werden.


Pflegeteam Kinder-Aufwachstation


Ambulante Eingriffe

Verschiedene Operationen können auch tagesklinisch durchgeführt werden, ohne dass ihr Kind über Nacht im Krankenhaus bleiben muss. Die Entscheidung, ob dies bei Ihrem Kind möglich ist, treffen Anästhesisten und Chirurgen gemeinsam. Der Zeitpunkt der möglichen Entlassung wird individuell festgelegt, in der Regel sind es 4-6 Stunden nach der Operation, sofern es ihrem Kind gut geht und es beschwerdefrei ist.

 

Wie lange vor einer Operation darf mein Kind nichts trinken und essen?

In der Regel dürfen Kinder bis 1 Stunde vor dem Eingriff Wasser oder Tee trinken, die maximal erlaubte Trinkmenge wird mit Ihnen im Rahmen der Anästhesievisite besprochen. Die Aufnahme fester Nahrung muss mindestens 6 Stunden zurück liegen (empfohlen werden dabei allerdings „leichte“ Mahlzeiten). Neugeborene und Säuglinge (bis zum ersten Lebensjahr) dürfen bis 4 Stunden vor der Operation Muttermilch bzw. Flaschenmilch trinken.  

 

Impfungen

Ihr Kind sollte 2 Wochen vor einem geplanten Eingriff keine Impfungen erhalten.

 

Erkältung / Infekt / Fieber

Ist Ihr Kind in der Woche der Operation krank, rufen Sie bitte in unserer Anästhesie-Ambulanz unter 0512 – 504 – 22465 an. Die Entscheidung, ob der Eingriff durchgeführt werden kann oder ob man die Operation im Sinne des Kindes  verschieben muss, ist nicht immer am Telefon möglich. Wir müssen Sie dann bitten mit ihrem Kind zu uns zu kommen, damit wir es direkt begutachten und mit Ihnen sowie den Chirurgen das weitere Vorgehen besprechen können. Die Sicherheit Ihres Kindes steht an erster Stelle und wir wollen es keinem unnötigen Risiko aussetzen.

 

Welche Risiken hat eine Narkose?

Ihr Kind wird während der Narkose lückenlos überwacht, während dieser Zeit gilt unsere gesamte Konzentration Ihrem Kind. Körperfunktionen wie Atmung und Kreislauf werden durch die für die Narkose notwendigen Medikamente beeinflusst. Wir als Anästhesisten sind speziell dafür ausgebildet, diese Faktoren zu beurteilen und zu steuern, um Ihr Kind sicher durch die Operation zu führen. Ein geringes Risiko, dass ihr Kind auf einzelne Medikamente oder Maßnahmen unerwartet reagiert, besteht genauso wie beim Erwachsenen. Daher ist das vorangegangene Anästhesiegespräch mit Ihnen als Eltern so wichtig, bei dem wir alle maßgebenden Informationen sammeln, um das für Ihr Kind geeignete Verfahren auswählen zu können. Wesentlich ist auch ein guter Gesundheitszustand ihres Kindes zum Zeitpunkt der geplanten Operation. Unser Ziel ist es, die Sicherheit Ihres Kindes während der gesamten Behandlung mit modernster Technik und jahrelanger kinderanästhesiologischer Erfahrung zu gewährleisten.